Gulasch mit Kartoffeln

oder: Resteverwertung nach Silvester.

Wir hatten es ein klitzekleinwenig übertrieben und am Silvesterabend Raclette UND Fleischfondue aufgetischt. Nun galt es, Fleisch- und Gemüseüberbleibsel gewinnbringend zu verwerten… Naheliegend war ein klassisches Gulasch. Warum nicht?

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Zutaten:
500g gemischte Fleischwürfel (hier: Rind, Kalb, Schwein und Pute)
5 Scheiben Bacon
200g Zwiebeln (rote, weiße und Scharlotten), in große Würfel geschnitten
2 Knoblauchzehen, halbiert
2 Paprika in Würfeln (rot und gelb)
1/2 Glas Rotwein
500 ml Fond (Brühe des Fondues, wir hatten auch etwas Gemüse mitgeköchelt…)
3 EL Tomatenmark
Paprikulver, Pfeffer, Salz, Thymian
1/2 Becher Creme Fraiche oder Schmand
5-10 gegarte Kartoffeln

Zubereitung:
Im Gußeisentopf den Speck auslassen, zusätzlich etwas Butterschmalz erhitzen und das Fleisch scharf anbraten. Mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer würzen, Hitze etwas reduzieren, Tomatenmark zugeben und anrösten. Zwiebeln, Knoblauch und die Hälfte der Paprika zugeben, unter Rühren andünsten. Dann  mit Rotwein und Fond ablöschen. Deckel drauf und mindestens eine Stunde leise köcheln.
Als Verfechter der langen Garzeiten lasse ich das Ganze auch gerne mal stundenlang vor sich hin ziehen, aber bitte weit unterhalb des Siedepunktes!
Kurz vor Ende der Garzeit kommen die restlichen Paprikawürfel und der Thymian dazu.
Sind noch Kartoffeln vorhanden, kann man diese nun, in 1cm-Würfel geschnitten, unterrühren und erhitzen. Oder schnell ein paar Nudeln dazu kochen!
Nach etwa 10 Minuten abschmecken und Schmand unterziehen, fertig!

Schnell (zumindest die Zubereitung), einfach, lecker. Und: der Kühlschrank ist wieder frei für Neues!!!

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Linguine Carbonara

Ein Familien-Lieblingsrezept: Carbonara. Klassisch gekocht, ohne Schnick-Schnack, einfach lecker. Das Gute daran (mal abgesehen von den glücklichen Gesichtern aller kleinen und großen Ms und Ls): die Zutaten habe ich immer im Haus und (noch besser): das Essen ist schneller gekocht, als die anderen den Tisch gedeckt haben…

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Zutaten für 4 Personen:
400 g Pasta – hier: Linguine von De Cecco, gerne auch Spaghetti #11 oder Penne
2 EL erhitzbares Olivenöl
12 dünne Scheiben Pancetta (ersatzweise Schinkenspeck oder Bacon) – mit der Qualität/dem Geschmack des Specks steht und fällt das Gericht!
6 große (Bio-)Eigelbe
1/2 Becher Sahne
50 g Parmesan, frisch gerieben

Salz, schwarzer Pfeffer, Parmesan

In einem großen Topf mindestens 4 Liter Wasser zum Kochen bringen (mit Deckel). Ich füge das Salz (etwa 2 EL) gleich hinzu. Zum einen, weil mir Physik/Chemie (und damit der Siedepunkt von gesalzenem oder ungesalzenem Wasser, und wie schnell es dann kocht und so) schon immer egal war, zum anderen, weil ich es sonst gerne mal vergesse…
Wenn das Wasser sprudelnd kocht, die Pasta hineingeben und im sprudelnden Wasser nach Packungsangabe al dente kochen. Zumindest bei De Cecco kann man sich auf die Zeitangabe verlassen – wenn man die Pasta al dente mag!
Parallel erhitzt man in einer großen Pfanne das Olivenöl und brät die Speckscheiben darin knusprig aus. Dann aus dem Fett nehmen, bitte auf keinen Fall auf Küchenpapier abtropfen lassen, wir benötigen das Fett für den Geschmack – Carbonara ist ja kein Low-Fat-Dish! Den Speck grob zerkleinern.
Die Eier trennen und die Eigelbe in einer Rührschüssel mit der Sahne und dem Parmesan mischen. Mit etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.
Nun sollte die Pasta fertig sein – abgießen, kurz abtropfen lassen, und ab in die Pfanne. Kurz im Fett wenden, dann die Eier-Mischung dazugeben und den Speck unterrühren. Durch die Restwärme der Nudeln sollten die Eigelbe leicht stocken.
Mit reichlich frisch gemahlenem Pfeffer würzen und sofort servieren. Parmesan zum Darüberreiben nach Geschmack darf auf dem Tisch nicht fehlen!
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Dazu passt hervorragend ein grüner Salat mit vielen Kräutern und Kürbiskernöl-Joghurt-Dressing!

orientalischer Bulgur-Salat

Muddern war in ihren kölner Slow-Food-Kreisen unterwegs, und kam mit einem neuen Linsensalat-Rezept zurück. Dankeschön! Da ich nun so gar nicht auf Linsen stehe, das Rezept sich aber irgendwie doch sehr lecker angehört hat, habe ich es mal etwas abgewandelt: Bulgur statt Linsen!
Das „Originalrezept“ mit Linsen findet Ihr bei Mary Scherpe (sollte man eh gelegentlich besuchen) oder in der Zeit.

Zutaten:
2 Tassen Bulgur, grob
4 EL erhitzbares Olivenöl
1 Zwiebel (fein gewürfelt)
2 Tassen Geflügelfond
1 Tasse Wasser

3 EL Olivenöl
2 EL Aceto Bianco
1 EL Ahornsirup
1 TL Dijonsenf
2 TL frisch gemahlene/gestoßene Gewürze, gemischt aus: Kreuzkümmel, Kurkuma, Koriander, Cayenne Pfeffer, Kardamom, Nelken, Muskat, Zimt, schwarzer Pfeffer
Salz

3 kleine dünne Möhren
1 Tasse Rosinen
30g Pinienkerne
30g Kapern
1/3 Salatgurke (entkernt, mit Schale gewürfelt)
1 Frühlingszwiebel (fein gewürfelt)

In einem großen Topf Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten. Wer die Schärfe von frischen Frühlingszwiebeln nicht mag, dünstet sie jetzt mit. Dann Bulgur dazugeben und einige Minuten dünsten. Fond und Wasser hinzugeben, 20 Minuten abgedeckt leise köcheln bis der Bulgur bißfest gar ist, leicht salzen, 20 Minuten ohne Hitze stehen lassen.

Die Gewürze (Anteile nach Geschmack) im Mörser mischen und zerstoßen. Die kleine M hatte ihren Spaß daran… (Faulpelz-Tip: vielleicht hast Du eine Curry-Gewürzmischung mit passender Zutatenliste im Haus?) Dann durch ein Sieb geben und mit Öl, Essig, Sirup, Senf und etwas Salz vermischen. Dann über den Bulgur geben und gut durchheben.

Die Möhrchen schälen und in dünne Scheiben schneiden, Rosinen verlesen, Pinienkerne ohne Öl kurz anrösten, Kapern abgießen. Alles mit Gurkenwürfeln und Frühlingszwiebel unter den abgekühlten Bulgur mischen. Gut durchziehen lassen und ggf. nachwürzen. Das kleine M fand es lauwarm superlecker (sie steht auf Zimt, egal wie), ich bevorzuge Zimmertemperatur.

Vielleicht bin ich mutig, und versuche es auch mal mit Linsen…

Ragù Bianco

Beim Anblick von zartrosa Kalbsgehacktem lief mir das Wasser im Mund zusammen und mir fiel ein Rezept ein, das schon länger auf meiner to-cook-Liste herumschwirrt: Ragú bianco. Erstmals gelesen habe ich es bei Claudio von den Anonymen Köchen (einer meiner liebsten Koch-Blogs).
Es sollte aber etwas mehr in Richtung Bolognese gehen, herausgekommen ist dieses Rezept:

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Zutaten:
1 Zwiebel oder 2-3 Scharlotten
2 kleine oder 1 große Pastinake
1/2 Knolle Sellerie
2 EL erhitzbares Olivenöl
500g Kalbs- oder Geflügelgehacktes (nicht zu mager)
1/2 Tasse Weisswein
2 Tassen Geflügelfond
1 Tasse Wasser

500g Spirelli
50g Kapernäpfel
Salz, Pfeffer, Kräuter der Provence
Schmand

Das Gemüse schälen und sehr fein würfeln. In einem (gußeisernen) Schmortopf Öl erhitzen, das Gemüse darin anschwitzen. Die Temperatur erhöhen, das Hack untermischen und alles unter Rühren kräftig braten. Mit Weisswein ablöschen und einkochen, dann mit Fond angießen und Wasser zugeben, bis alles knapp bedeckt ist. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern sehr kräftig würzen. Jetzt darf das Ganze mit Deckel einige Stunden vor sich hin köcheln…
Wenn man den Duft dann nicht mehr aushält und richtig Hunger bekommen hat, die Nudeln al dente kochen.  Währenddessen noch schnell die Kapernäpfel von den Stilen befreien (einige für die Deko aufheben) und unter die Sauce mischen. Nochmal abschmecken. Die Nudeln abgießen und mit dem Ragú mischen. Mit Schmand und den restlichen Kapernäpfeln dekoriert servieren.
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Aufgewärmt noch mal so gut…

Claudio kocht sein Ragú mit Lammfleisch und Salsiccia. Das werde ich beim nächsten Mal versuchen!