Chai-Apfelkuchen

Der Winter steht vor der Tür… machen wir es uns mit einer Tasse Tee und einem Stück winterlich-würzigem Apfelkuchen auf dem Sofa gemütlich!
Ich habe ihn in einer Napfkuchenform gebacken, Du kannst aber auch eine Kranzform oder eine Springform benutzen.
Die Gewürzmischung ist Geschmackssache! Ich habe Milchreisgewürz von Schubeck benutzt. Es enthält neben Zimt, Ingwer und Kardamom auch Vanille, Kurkuma, Nelken, Pfeffer, Fenchel und Anis. Leider wurde der Gewürzladen im Levantehaus kürzlich geschlossen. Das sehr leckere Gewürz kann man sich natürlich selbst mischen, im Internet ist es auch noch erhältlich.
Für die Chai-Glasur habe ich Vanilla-Chai-Latte Tee aus dem Wasserschloss Hamburg benutzt. Dieser Tee basiert auf Rotbuschtee und enthält neben Zimt, Ingwer und Kardamom auch rosa Pfeffer, Nelke und Vanille. Sehr lecker! Wir gehen dort gelegentlich Tee trinken und decken uns hinterher mit Grünem Tee ein. Den Chaitee hatte ich für den Kleinen L gekauft, der gerne Chai-Latte mag.

Zutaten:
250 g Mehl (1050er Dinkelmehl)
100 g Dinkelvollkornmehl
2 TL Backpulver
2-3 TL Milchreisgewürz (Zimt, Ingwer, Kardamom)
2 EL Kakao
250 g Butter
100 g weißer Zucker
100 g brauner Zucker
1 TL Vanillezucker
5 Eier
15o ml Milch
2 Äpfel (Boskoop)
100 g gehackte Haselnüsse (oder Mandeln)
1 TL Chai-Tee (oder Milchreisgewürz)
200-250 g Puderzucker

Zubereitung:
Ofen auf 175°C vorheizen. 20 g Butter schmelen, Kuchenform damit auspinseln und mit Zwiebackbröseln oder gemahlenen Mandeln oder Nüssen ausstreuen.
200 g Butter mit Zucker (weiß, braun und Vanille) in einer großen Schüssel so lange aufschlagen, bis eine weiße Buttercreme entstanden ist. Mehle mit Backpulver, 2 TL Gewürzmischung (nach Geschmack auch mehr) und Kakao mischen und sieben. Eier einzeln in die Buttercreme mixen, dabei jeweils einen Teelöffel Mehlmischung zugeben, damit der Teig sich nicht trennt.
Äpfel schälen und grob reiben. Restliches Mehl, Apfel und Nüsse kurz unterheben. Teig in die Form füllen und ca. 1 Stunde backen (ca. 10 Minuten je Zentimeter Teighöhe) – Stäbchenprobe! Den Kuchen abkühlen lassen.
Restliche 30 g Butter mit 30 ml Milch und 1 TL Chai-Tee aufkochen und je nach Teesorte 5-10 Minuten ziehen lassen. Durch ein Teesieb in eine Schüssel gießen. Gesiebten Puderzucker untermixen, bis eine cremige Masse entstanden ist. Mit ein paar gehackten Haselnüssen bestreuen und trocknen lassen.
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Der Kuchen schmeckt am nächsten Tag noch besser, wenn er durchgezogen ist!


Quelle: Zucker, Zimt und Liebe

Crème brûlée

Ein absoluter Lieblingsnachtisch!

Die Creme lässt sich auch für eine größere Familie einfach und schnell zubereiten, und sogar am Vortag vorbereiten. Vor dem Servieren dann nur noch kurz übergrillen oder flambieren und fertig ist ein Desert, dass immer etwas besonderes ist. Hmmmm Vanille!!!

Im Gegensatz zur Crema catalana bindet die Crème brûlée ausschließlich mit Eigelb ab und wird in kleinen Förmchen im Wasserbad gestockt. Ich benutze dafür flache Glasschälchen, die sich im laufe der Jahre angesammelt haben.

Das Flambieren übernimmt gerne eines der Kids, oder einer der Gäste – macht halt Spaß!

Zutaten für 6 Portionen:

250 g Sahne
250 g Milch
1 Vanilleschote oder 2 Päckchen Vanillezucker
5 Eigelbe
80 g Zucker
brauner Zucker zum Karamelisieren

Zubereitung:

Eigelbe und Sahne verquirlen, Milch unterrühren. Vanilleschote auskratzen. Vanillemark, Eigelbe und Zucker zur Sahnemischung geben und gut verrühren, ohne sie schaumig zu schlagen.

Backofen auf 120 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. 6 flache Schälchen in die Fettpfanne oder eine große Auflaufform stellen. Sahnemischung in die Schälchen füllen. Heißes Wasser in die Fettpfanne füllen, so daß die Schälchen zur Hälfte der Füllhöhe im Wasserbad stehen. Auf mittlerer Schiene ca. eine Stunde stocken lassen.

Schälchen aus dem Wasserbad nehmen. Abkühlen lassen und bis zum Servieren mindestens 2 Stunden kalt stellen.

Direkt vor dem Servieren jeweils 1 Teelöffel braunen Zucker pro Schälchen auf die Crème brûlée streuen. Mit einem Flambierbrenner karamellisieren. Dabei langsam vorgehen, der Zucker verbrennt schnell! Sofort servieren.

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Statt mit einem Flambierbrenner, kann man die Crème auch unter dem Grill des Backofens karamelisieren. Der Grill sollte dafür gur vorgeheizt sein!

Panna Cotta Beerentarte

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Wenn ich auf der Suche nach neuen Inspirationen für Kuchen und Torte bin, schaue ich gerne bei Clara aka Tastesheriff vorbei. Für das letzte Familientreffen im Spätsommer sollte es „Etwas mit Beeren“ werden. Der Panna Cotta Kuchen sah sowas von lecker aus… musste ich nachbacken!
Die Beeren musste ich leider kaufen, da unsere Blaubeeren bereits weggefutter waren, die Himbeeren und Stachelbeeren nicht nennenswert trugen und die Brombeeren? Die versuche ich seit 10 Jahren loszuwerden – mit mittlerem Erfolg. Nur mein einzelner Jostabeeren-Busch trägt jedes Jahr zuverlässig etwa ein Kilo Früchte. Sie waren aber schon reif, als wir noch im Urlaub waren. Meine liebe Nachbarin und Housesitterin hat sich um die Beeren gekümmert, Marmelade daraus gekocht und uns zur Rückkehr ein Glas davon geschenkt! Wir haben uns total gefreut, denn sonst hätten wir jetzt 1 kg Beerenmatsch vom Trampolin kratzen müssen…

Ich habe den Kuchen in meiner eckigen Tarteform, die ich so liebe, gebacken. Sie ist etwas kleiner als runde Formen, ca. 15 x 30 cm, daher habe ich das Rezept heruntergerechnet. Es ist auch passend für eine Springform mit 20-22 cm Durchmesser und reicht für etwa 8 Stücke Kuchen.
Und dann wäre da noch die Gelatine… natürlich könnt ihr Alternativen verwenden. Die Creme hat dann ggf. eine etwas andere Textur. Genauso verhält es sich mit der Zeit, bis die Panna Cotta fest ist. Ich bereite daher den Boden und die Panna Cotta schon am Vorabend zu, dann gibt es keine bösen Überraschungen an der Kaffeetafel. Probiert es einfach aus!

Zutaten Teig:
150 g Mehl
1/2 TL Backpulver
60 g Butter
60 g Zucker
1 Pkt. Vanillezucker
1 Ei
1/2 TL Salz
Zwiebackbrösel
Blindbackerbsen
1 Eigelb, verquirlt
1 TL Sahne

Zutaten für Creme und Belag:
Gelatine für 500 ml Flüssigkeit (ich habe gemahlene Gelatine benutzt)
2 Päckchen Vanillezucker oder 1/2 TL Vanillemark
500 g Sahne
60 g Zucker
100 g Blaubeeren
100 g Himbeeren
100 g Brombeeren
oder 300 g Beeren und anderes saures Obst nach Wahl bzw. Saison: Stachelbeeren, Erdbeeren, Rhabarber…

Zubereitung Teig:
Am Vortag: Zutaten kurz (mit der Küchenmaschine) verkneten. Den Boden der Tarteform mit Backpapier auslegen, Form buttern (Rand bis ganz oben!) und mit Zwiebackbröseln panieren.
Teig ausrollen und in die Form drücken, dabei den Rand ausbilden. Aufpassen, dass der Teig in der Ecke nicht zu dick bleibt. Mit einer Gabel ein paar Mal einstechen und 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Backofen auf 220 °C vorheizen. Auf den Teig ein Stück Backpapier legen und mit Keramik-Backerbsen oder ähnlichem beschweren. Den Teig auf mittlerer Schiene im Ofen 12-15 Minuten blind backen bis er leicht gebräunt ist.
Eigelb mit 1 TL Sahne verquirlen. Den Tarteboden aus dem Ofen nehmen, Erbsen und Backpapier entfernen und sofort mit der Eiersahne bestreichen. Abkühlen lassen.

Die gemahlene Gelatine in einen Topf geben, 4-6 Eßlöffel Wasser dazu geben und ein paar Minuten quellen lassen. Dann langsam erhitzen, bis die Gelatine geschmolzen ist. Währenddessen die Sahne mit Zucker und Vanillezucker bzw. Vanillemark verrühren. Vom Herd nehmen. Ein wenig Sahnemischung zur Gelatine geben, gut verquirlen. Dann die Gelatinemischung unter Rühren zur Vanillesahne geben. Bei dieser „kalten“ Zubereitung beginnt die Masse recht schnell zu gelieren. Daher gleich auf den Tarteboden gießen und in den Kühlschrank stellen. Es dauert allerdings eine Weile, bis die Panna Cotta fest ist!
(Die Zubereitung mit Gelatineblättern oder Alternativen wie Agar Agar ist etwas anders, steht aber auf der jeweiligen Verpackung des Produktes.)

Kurz vor dem Servieren den Boden mit der nun festen Creme aus dem Kühlschrank holen. Die Form entfernen und Tarte auf einem möglichst flachen Servierteller platzieren. Mit frischen Beeren bunt gemischt belegen und mit etwas Zitronenmelisse dekorieren. Da die Panna Cotta ggf. nicht ganz schnittfest ist, schneide ich die Tarte erst am Tisch an.

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Superlecker auch als Nachtisch…

Quelle: Tastesheriff

Marillenkuchen

Einer der Lichtblicke während unseres total verregneten Wanderurlaubs im Ötztal in diesem „Sommer“ war der Marillenkuchen auf den Hütten. Manchmal war er noch warm… und dann gab es für den Kleinen L Vanilleeis dazu… Whow!
Zurück in Deutschland hat es immernoch geregnet, deshalb habe ich zu meinem Geburtstag für die Kolleginnen einen Marillenkuchen gebacken. Das Rezept scheint ganz ok zu sein, er war ziemlich schnell weggefuttert…

Zutaten:

1 kg Marillen, in Norddeutschland: Aprikosen
6 Eier, getrennt
250 g Butter, zimmerwarm
250 g Puderzucker
1 Pk. Vanillezucker
250 g Dinkel- oder Weizenmehl
1 TL Weinsteinbackpulver
1 Schuss Rum
1 Prise Salz

Zubereitung:

Marillen waschen, halbieren und entkernen. Backofen auf 180°C vorheizen. Den Boden einer Springform (26-28 cm Durchmesser) mit Backpapier beziehen, Ränder mit Butter bestreichen und mit gemahlenen Mandeln oder Zwiebackbröseln panieren.
Eier trennen. Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen. Butter mit Zucker und Vanillezucker aufschlagen, bis eine fast weiße Buttercreme entstanden ist. Eigelbe einzeln unterrühren. Rum einrühren.
Mehl mit Backpulver mischen und von Hand unterheben. Eischnee vorsichig unterheben. Teig in die Form füllen und glattstreichen. Marillen mit der Schnittseite nach oben auf den Teig legen. Auf mittlerer Schiene 35 – 45 Minuten backen. Stäbchenprobe!

Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben und mit Sahne servieren.

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Schmeckt auch mit Vanilleeis…

Frankfurter Kranz

23. Februar – Zeit für ein weiteres Rezept von Oma Hanna!
Heute wäre ihr 103. Geburtstag gewesen. Wir machen uns pünktlich um 15 Uhr einen Kaffee und denken an sie. Dann schnappe ich mir ihr Rezept vom Frankfurter Kranz, das sie mir 1998 aufgeschrieben hat, und tippe es für Euch ab. So, wie Oma es notiert hat. Daher das etwas ungewöhnliche Format dieses Rezeptes!
Wenn Ihr also mal Lust auf eine Kalorienbombe habt: ab an den Herd. Frankfurter Kranz ist nicht nur eine kleine Sünde… Buttercreme ohne Ende. Aber sooo gut! Schneiden wir lieber nur kleine Stücke ab. Und bitte kalt stellen!

Nach dem Rezept hat Oma Hanna noch einen Glückwunsch für ihre Tochter (Oma C.) zum 50. Geburtstag notiert. Ich hatte damals ein Kochbuch zusammengestellt, mit ihren eigenen Rezepten und auch Rezepten und Glückwünschen von Familie und Freunden. Solche Rezeptsammlungen können echt Gold wert sein: man findet darin lauter Erinnerungen…

Frankfurter Kranz

150 gr. Butter schaumig rühren
175 gr. Zucker
4 Eier
2 Esslöffel Rum
abgeriebene Zitronenschale
einige Minuten dazu rühren

175 gr. Mehl
75 gr. Speisestärke
3 Teelöffel Backpulver
dazu geben und glattrühren

In Ringform füllen und bei 175 Grad 50 bis 60 Minuten backen,
10 Minuten ruhen lassen und aus der Form nehmen.
kann schon am Vortag gebacken werden

Füllung

1/2 lit. Milch
1 Päck. Vanillepudding
1 Päck. Vanillesoße
3 Essl. Zucker
Pudding kochen und abkühlen lassen, ab und zu umrühren

inzwischen
300 gr. Butter
2 Essl. Puderzucker
schaumig rühren, dann Pudding esslöffelweise unterrühren.

Etwa 50 gr. Mandeln zerkleinern und mit etwas Butter und Zucker leicht bräunen, erkalten lassen.

Kuchen 3 – 4 mal quer durchschneiden und füllen
Die untere Schicht mit Creme füllen, die zweite mit Aprikosenmarmelade dick bestreichen, die nächste Schicht wieder mit Creme füllen.
Den Kranz rund herum mit Creme bestreichen und mit den gebräunten Mandeln bestreuen. Eventuell verzieren.
Guten Appetit.

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Recht viel Glück auf allen Wegen,
Gesundheit und ein langes Leben.
Dies wünscht Dir,
liebe C.
von ganzen Herzen
Deine Mutter

Nov. 98

Bircher Müsli

Eine Schüssel Bircher Müsli darf nie fehlen, wenn wir zum Sonntagsfrühstück einladen. Dabei halte ich mich nicht ganz an das doch recht schliche Originalrezept des Dr. med. Maximilian Bircher-Benner (1867-1939) – bei uns darf es ruhig etwas gehaltvoller sein, und gerne dekorieren wir mit reichlich frischem Obst…

Zutaten:
3 Tassen feine Haferflocken (z.B. Alnatura)
250 ml Vollmilch oder Haselnussmilch
2 EL Honig
250 g Naturjoghurt
2 EL gehobelte Mandeln
3 EL Rosinen oder Sultaninen
2 EL Erdmandeln, gemahlen (ersatzweise Haselnüsse)
1 EL Chiasamen
200 ml Orangensaft (frisch gepresst oder Direktsaft)
150 ml Schlagsahne
etwas ausgekratzte Vanille-Schote (ersatzweise Vanillezucker)
2 säuerliche, feste Äpfel
Obst

Zubereitung:
Haferflocken, Milch, Honig, Joghurt, Mandeln, Sultaninen, Erdmandeln und Chiasamen vermischen und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
Am nächsten Tag vorsichtig auflockern und Orangesaft einrühren. Die Äfel grob reiben (ich lasse die Schale dran) und unterrühren. Wenn das Müsli noch zu fest ist, etwas Milch zugeben. Dann die Sahne steif schlagen, Vanille untermixen und unter das Müsli heben. Mit kleingeschnittenem Obst servieren und mit Nüssen dekorieren.

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Neben Weintrauben, Orangen und Melone schmecken Granatapfelkerne besonders lecker zum Bircher Müsli. Ananas und Kiwi sind wie immer mit Vorsicht zu genießen, da sie bitter werden, wenn sie zu lange mit dem Müsli in Kontakt kommen.

Sfogliatelle

Knusper, knusper… hmmmmmmmm!

Mein erster Kontakt mit Sfogliatelle war eher so lala. Muddern und ich kamen von einem Mutter-Tochter-Wochenende in Venedig zurück und verbummelten unsere Wartezeit in der Bar am Flughafen bei einem Glas Chianti. Nach den ganzen Leckereien der letzten Tage sollte ich nun auch noch Sfogliatelle probieren. Ich habe nicht widersprochen, denn sie sahen echt gut aus.
Die Sfogliatelle standen unter einer Glasglocke auf dem Tresen. Das war wohl auch ihr Problem, denn sie waren nicht wirklich knusprig. Aber: man konnte schon ahnen, dass die Dinger göttlich sein könnten.
Ich habe sie natürlich wieder probiert. Ganz frisch… und knusprig!

Und dann haben wir sie natürlich selbst backen müssen. Ehrensache! Etwas aufwändig, aber zur Not kann man sich mit fertigem Blätterteig behelfen…

Zutaten Teig:
500 g Manitobamehl (oder italienisches Mehl Tipo 00)
200 g Wasser
20 g Honig
5 g Salz (1/2 TL)
250g Butter, gekühlt
(ersatzweise 1 kg TK-Blätterteig)

Zutaten Füllung:
400 ml Milch
1 Vanilleschote oder (1 Pk Vanillezucker)
150 g Weichweizengrieß
125 g Zucker
1 Prise Salz
200 g Ricotta
1 Ei
50 g Weinbeeren oder Rosinen, eingeweicht (in Wasser oder Orangenlikör)
50 g Orangeat oder 1 EL abgeriebene Orangenschale

Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:
Am Vortag Teig und Füllung vorbereiten. Mehl mit Wasser, Honig und Salz verkneten, in Folie wickeln und im Kühlschrank gut durchkühlen lassen.

Für die Füllung Milch mit ausgekratztem Vanillemark aufkochen, Gries unter Rühren einstreuen, kurz aufkochen, dann vom Herd nehmen und ausquellen lassen. Wenn der Gries abgekühlt ist, mit Ricotta, Zucker, Salz und Ei vermischen. Weinbeeren und Orangenschale untermischen oder Orangeat fein hacken und unterrühren. Bis zum Füllen in den Kühlschrank stellen.

Für das Tourieren des Blätterteiges brauchst Du viel Geduld und Platz. Oder eine Nudelmaschine…
Teig und Butter sollten etwa die gleiche Temperatur haben. Zuerst den Teig zu einem Rechteck ausrollen, Butter zu einem etwa halb so großen Rechteck ausrollen und um 45° verdreht darauflegen. Jetzt die Ecken des Teiges wie bei einem Briefumschlag über die Butter falten und zusammendrücken, so dass die Butter gut versiegelt ist.
Den Teig in eine Richtung etwa 1 cm dick zu einem länglichen Rechteck ausrollen. Die seitlichen Drittel über das mittlere Drittel schlagen und festdrücken. Jetzt wandert der Teig für 20 Minuten in den Kühlschrank…
und dann geht es weiter: ausrollen, falten, kühlen. Insgesamt sollte der Blätterteig 5-mal touriert werden. Dann fest zu einer Rolle aufrollen, in Folie wickeln und über Nacht in den Kühlschrank legen.
Wenn Du die Nudelmaschine benutzt, musst Du den Teig leider in mindestens 4 Teile teilen und einzeln verarbeiten. Ist weniger anstrengend, aber zeitlich kein großer Vorteil.
Man kann den Teig alternativ auch sehr dünn ziehen, mit flüssiger Butter bestreichen und aufrollen. Schreibt mir, wenn Ihr Euch das getraut habt!

Am nächsten Tag werden die Sfogliatelle geformt. Ofen auf 200°C vorheizen, am besten bei Umluft. 2 Backbleche mit Backpapier ausgelegt vorbereiten.
Die Teigrolle in daumendicke Scheiben schneiden. In der hohlen Hand zügig „ausziehen“ – also mit dem Daumen der anderen Hand zu einer tiefen Schale formen. Die Form sollte eher wie ein Dreieck werden, unten spitz. Vielleicht wie eine Spritztüte…
Dann mit ca. 1 EL der Griesmasse füllen und die Ränder oben zudrücken. Die entstandenen Kissen auf die Backbleche legen. Bei 200°C ca. 25 Minuten backen, bis sie goldbraun und knusprig (wichtig!) sind. Bei Ober- und Unterhitze musst Du die Bleche nacheinander backen.

Nach dem Backen vorsichtig auf einen Rost setzen, mit Puderzucker bestäuben und abkühlen lassen.

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Die Sfogliatelle solltet Ihr am besten noch ein wenig warm essen, auf jeden Fall frisch. Sobald sie verpackt werden, werden sie leider zäh, deshalb lieber gleich aufessen… sollte kein Problem sein!

Quellen: Muddern!
und mehlstaubundofenduft und peppinella (Rezept Millefoglie) und hier wird das Tourieren gut erklärt…

 

Oma Hannas Käsekuchen

Im Februar 2017 haben wir Oma Hannas 100. Geburtstag gefeiert. Sie selbst konnte leider nicht dabei sein, Oma ist 2009 gestorben. Aber: ganz in ihrem Sinne hält uns das nicht vom Feiern ab!
Wir haben also die Familie eingeladen und Omas (zumindest in unserer Familie) berühmte Kuchenrezepte nachgebacken. Die Klassiker: Käsekuchen, Frankfurter Kranz, Zitronenkuchen… und natürlich auf Omas „Rosengeschirr“ serviert!

Meine Version ihres Käsekuchens hat sie zu Lebzeiten „abgesegnet“, deshalb kann ich mich trauen, hier das Rezept zu veröffentlichen. Ich gebe zu, dass ich das Rezept inzwischen ein wenig an den Zeitgeist angepasst habe. Ich benutze statt Vanillinzucker lieber Vanillemark oder zumindest Vanillezucker mit echter Vanille, ersetze einen Teil des Weizenmehls durch helles Dinkelmehl, benutze statt „Käsekuchenhilfe“ Stärke und etwas mehr Vanille, nehme Weinsteinbackpulver und gebe zu guter Letzt ein wenig fein abgeriebene Zitronenschale in die Masse. Ich drücke den Teig nur als Boden in die Form, Oma hat ihn immer am Rand hochgezogen. Nach dem Backen darf der Kuchen bei mir in der Form abkühlen… Außerdem sind meine Zutaten bio, das wäre Oma auch nicht „in den Sinn gekommen“.

Hier kommt jetzt aber „das Originalrezept“, wie Oma es mir aufgeschrieben hat:

Zutaten Teig:
150 g Weizenmehl
1 TL Backpulver
75 g Zucker
75 g Butter
1 Pk. Vanillinzucker
1 Ei
etwas Butter für die Form
1 Zwieback, fein gerieben

Zutaten Käsemasse:
750 g Magerquark
200 g Zucker
2 Pk. Vanillinzucker
5 Eier, getrennt
1 Pk. Käsekuchenhilfe Dr. Oetker
250 ml Schlagsahne

Zubereitung Teig:
Zutaten kurz (mit der Küchenmaschine) verkneten. Den Boden einer Springform (26 oder 28cm) mit Backpapier bespannen, Form buttern (Rand bis ganz oben!) und mit Zwiebackbröseln panieren.
Teig in die Form drücken, dabei dünn bis oben hochziehen und einen „Rand“ ausbilden. Aufpassen, dass der Teig in der Ecke nicht zu dick bleibt.

Zubereitung Käsemasse:
Backofen auf 175°C vorheizen. Eiweiß mit 1 EL vom Zucker steif schlagen, beiseite stellen.
Restlichen Zucker, Vanillezucker und Käsekuchenhilfe mischen, mit der Sahne durchschlagen. Quark und Eigelbe untermixen. Eiweiß vorsichtig unterheben.
Die Masse auf den Kuchenboden geben und glattstreichen.
Bei 175°C auf mittlerer Schiene ca. 70 Minuten backen, evtl. auch etwas länger. Stäbchenprobe hilft hier nicht. Der Kuchen wird etwas „wabbelig“ bleiben, solange er heiß ist.
Kuchen in der Form etwas abkühlen lassen, dann mit einem Messer vom Rand lösen. Ein rundes Rost auflegen, Kuchen stürzen, die Form entfernen und ganz auskühlen lassen.

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Natürlich ist eine ordentliche Portion Schlagsahne dazu Pflicht!!!

Quelle: Oma Hanna

 

Cannelé bordelais

Während unseres New York Trips im März habe ich auf einen Besuch in Dominique Ansel´s Bakery bestanden. Der Große M war sagen wir mal „so medium“ begeistert… ich hatte ihm leider verraten, dass man bei Mr. Ansel anstehen muss, um eines der weltberühmten Cronuts bei ihrem Erfinder naschen zu dürfen. Anstehen und warten ist nicht so seins! Richtig mieses Wetter hat uns dann den Tag gerettet: an einem Montagmorgen um 8:00 Uhr im Schneesturm mussten wir nur 10 Minuten vor dem Laden ausharren, bevor wir mit einem köstlichen Buttermilk-Blueberry Cronut belohnt wurden. Unbeschreiblich knusprig, cremig, lecker!!! Der Große M war nach 2 Cronuts dann auch wieder bester Laune. Auch der Kaffee war hervorragend (überhaupt können die Amerikaner inzwischen wirklich guten Kaffee kochen!). Aber so richtig abgeschossen hat es dieses kleine Backwerk, dass ich nach dem Cronut und dem DKA (Dominique’s Kouign Amann) beim besten Willen nicht mehr essen konnte, das deshalb erstmal in meine Tasche wanderte… und dann bei der Einlasskontrolle zum Madisons Square Garden wieder zutage gefördert wurde. Keine mitgebrachten Speisen erlaubt! Ok, dann esse ich es jetzt schnell… und dann war es um mich geschehen – whow! Außen knusprig, caramellig, innen cremig vanillig und überhaupt: mein erstes Cannelé!

Der Geschmack ließ mich nicht mehr los. Zu Hause musste ich es dann unbedingt nachbacken. Glücklicherweise hat Mr. Ansel das Rezept in seinem Kochbuch veröffentlicht. Ich habe es auf meine Bedürfnisse angepasst (vor allem an die Größe meiner Backform: eine 12er Mini-Gugelhupfform von Brinkmann – sie ist aus antihaftbeschichtetem Blech und funktioniert super!). Es ist und bleibt aber Ansel´s Rezept, Link siehe unten.

Zutaten
für 12 große Mini-Gugelhupfformen oder Kupfer-Cannelé-Formen
500ml Vollmilch
50g Butter
½ Vanilleschote
2 Eier + 2 Eigelbe Gr. L
25g dunkler Rum
100g Weizenmehl 450er
200g weißer Zucker
1g Salz

Zubereitung
Die Vanilleschote auskratzen. Milch mit Butter und Vanille (Schote und Mark) im Topf langsam zum köcheln bringen, dann abkühlen lassen, bis sie etwa 38°C hat. Die Eier und Eigelbe unterrühren, anschließend den Rum. In einer Rührschüssel Mehl, Zucker und Salz mischen. Etwa ein Drittel der Milch hinzugeben und untermixen bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind, dann nach und nach den Rest der Milch zugeben. Möglichst keine Luft unter den Teig schlagen. Den Teig sieben, um evtl. Mehlklümpchen aufzulösen, dann luftdicht verpackt 2-3 Tage in den Kühlschrank stellen. Das Gefäß, z.B. eine Milchflasche sollte genau die passende Größe haben, damit sich keine Haut bildet (evtl. die Oberfläche des Teiges mit Frischhaltefolie abdecken).

Am Backtag zuerst die Form fetten, dann im Backofen ca. 15 Minuten auf 230°C aufheizen. Mr. Ansel streicht die Formen mit Bienenwachs aus, aber er benutzt sicher auch Kupfer-Förmchen. Mit neutralem Öl und Blech- oder Alu-Form funktioniert es aber auch sehr gut! Den Teig gut aufrühren und in die heißen Formen füllen. Dabei etwa 1 cm frei lassen. Auf einem Backblech in der Ofenmitte etwa 15 Minuten bei 200°C backen, dann auf 175°C reduzieren und die Form um 180° drehen. Sollte der Teig über den Rand der Form hochgehen, diese kurz aus dem Ofen nehmen und den Teig einsinken lassen, dann sofort wieder in den Ofen stellen. Weitere 45 Minuten backen, bis die Cannelés schön braun karamellisiert sind. Die Zeit hängt sehr von der Form und dem Ofen ab, daher einfach mal anklopfen, ob sie schon knusprig klingen.

In der Form 10 Minuten abkühlen lassen, dann auf ein Rost stürzen und gut auskühlen lassen.
Sobald sie abgekühlt sind schmecken sie am besten!

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Angeblich sind die Cannelés 5 Tage im Kühlschrank haltbar – aber dazu wird es nicht kommen!!!

Quellen: Dominique Ansel, o.canada.com

 

Nachtrag 17.09.2018:
Heißt es jetzt „Cannelé bordelais“ oder „Canelé de Bordeaux“??? Das wäre jetzt eigentlich ein Beitrag für die Rubrik Klugsch… sorry: Besserwisser. Aber Ihr erfahrt es jetzt gleich hier: das Rezept für die Canelés ist uralt, vermutlich wurde hierfür das Eigelb verbraucht, das übrigblieb, wenn die Winzer das Eiweiß zum klären ihres Weines benutzt hatten. Vielleicht auch nicht, hier könnt Ihr mehr dazu lesen!
Auf jeden Fall haben sich 1985 genau 88 Patissiers aus Bordeaux zusammengeschlossen und sich den Namen „Canelé de Bordeaux“ schützen lassen. Dafür entfernten sie ein „n“ aus der historischen Schreibweise, sonst hätten sie den Namen nämlich nicht schützen lassen können. Schlau, was? Hat aber nicht geholfen, ist genau wie mit dem Wiener Schnitzel…
Also ist mein Gebäck wohl ein „Cannelé bordelais“ und ich bleibe bei der Schreibweise mit den zwei „n“.

Heidesandkekse

Wenn Architekten backen… oder: warum die Kekse eckig sind…

Was für eine schöne Idee vom Chef: er hat uns Kollegen zum gemeinsamen vorweihnachtlichen Keksebacken eingeladen. Und ein wenig Glühwein trinken…
Das war mal was anderes – mit Erwachsenen backen, statt mit der Rasselbande.

Wir haben spontan das uns zugeteilte Rezept ein wenig gepimpt, uns dafür den Namen „Strebertruppe“ eingehandelt und waren am Ende sehr zufrieden mit dem Ergebnis!

Zutaten:
300 g Butter
400 g Mehl (Weizen 550 gemischt mit hellem Dinkelmehl)
175 g weißer Rübenzucker
1 Pk Vanillezucker
1 TL grobes Meersalz
1 EL Kakao

Zubereitung:
Die Butter schmelzen und dabei leicht anbräunen lassen. In die Schüssel der Rührmaschine umgießen und abkühlen lasssen, bis sie wieder fest ist z.B. im kalten Wasserbad. Dann mit dem Quirl cremig aufschlagen. Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz mischen und kurz mit dem Knethaken verkneten. Von Hand kurz zu einem glatten Teig verkneten. Teig halbieren und eine Hälfte mit Kakao mischen.

Teige wieder halbieren, ausrollen, zu Vierecken schneiden und jeweils eine helle und eine dunkle Teigplatte aufeinanderlegen. Dabei steht die untere Platte ein gutes Stück vor. Die Platten miteinander fest aufrollen. Seiten gerade abschneiden. Die Teigreste kurz zusammendrücken und zu einer weiteren Rolle Formen. Die drei Rollen in Zucker wälzen. Teig 1 Sunde in den Kühlschrank stellen.

Dann den Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die erste Teigrolle in 8mm dicke Scheiben schneiden und mit einem Fingerbreit Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Der restliche Teig bleibt so lange im Kühlschrank!

12-15 Minuten backen. Auf dem Rost abkühlen lassen und die nächste Portion ebenso schneiden und backen.

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Die Heidesandkekse sind wunderbar mürbe und haben eine leicht salzige Note, hmmmmm…

Quelle: Rezept von J. und Ideen von mir, S. und M. – hat Spaß gemacht, mit Euch zu backen!!!